


Tipps für Schüler und Schülerinnen
Wir freuen uns über Ihr Interesse am schriftlichen Ausdruck. Wir haben uns mit den DLT dem Ziel verschrieben, die Lust junger Menschen am Schreiben zu fördern. Sollten Sie erwägen am Schreibwettbewerb um den Susanne-Faschon-Preis mitzumachen, so wollen wir hier einige Anmerkungen machen und Anregungen weitergeben, die wir seitens der Jury bekamen:
zu Gedichten:

Gedichte werden stark von Gefühlen und Bildern geprägt. Der Schreibende erlebt seine Gefühle zumeist als sehr individuell, aber die Sterne, die Rose und vieles andere sind schon zigmal bemüht worden. Um Leserinnen zu erreichen, sollten Sie also originell sein, sich von anderen abheben: sei es durch eine neue Idee, sei es durch die Art wie das Gedicht geschrieben ist.
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Schmerz reimt sich auf Herz; das haben wir schon hundertmal gelesen. Also bitte kein „Reim mich oder ich beiß’ dich!“
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Gedichte sollten eine Verdichtung beinhalten! Ein Prosatext in Versform ist kein Gedicht.
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Metaphern, Symbolik, Mehrdeutigkeit, Wortspiele stehen einem Gedicht (deshalb) besonders gut zu Gesicht.
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Gedichte werden heute zumeist nicht mehr gereimt. Doch wenn man reimt, dann sollte ein Gedicht auch ein Versmaß (Steiger und Faller in einem klaren Rhythmus) und ein Metrum (gleich viele solcher Versmaße), mithin eine Melodie, haben. Man kann das Versmaß/Metrum mal durchbrechen, aber dann sollte dies Absicht sein; d.h. es sollte einen inhaltlichen Bezug haben, aufmerken lassen.

zu Prosatexten:
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Sobald sich der Leser langweilt, ist der Text für die Tonne.
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Texte sollten bitte ohne erhobenen Zeigefinger geschrieben sein.
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Texte sollen auch nicht erklären.
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Gute Texte machen die Leserin nachdenklich. Nicht indem sie auf etwas gestupst wird, sondern indem sie sich mit der Protagonistin identifiziert, sich in die Situation hineinversetzt und selbst mitdenkt.
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Der Schreibende sollte also getrost auf die Schlauheit der Lesenden setzen.
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Langatmig werden Teste durch Wiederholungen, sei es durch die Beschreibungen ähnlicher Erlebnisse, sei es durch Erklärungen; aber selbstredend auch durch Wortwiederholungen (Er meinte … und dann meinte er …).
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Grundsätzlich gilt wie beim Gedicht, dass eine gute Idee oder eine originelle Art der Verpackung dem Text die meisten Pluspunkte einbringt.
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Wir suchen keine Texte, die einer Erörterung oder Diskussion gleichkommen.
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Überraschende Wendungen, offene Fragen, eine Pointe
oder auch mal zwiespältige Charaktere
lassen die Jurymitglieder mit der Zunge schnalzen.
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In einer direkten Sprache kann die Umgangssprache zum Ausdruck kommen. Ansonsten sind Wörter wie „ja“ (Das war ja ganz wichtig), „irgendwie“ und sonstige Füllwörter nicht nur überflüssig, sondern bremsend.
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Es macht also Sinn, seinen Text unter dem Gesichtspunkt zu lesen, so viel wie möglich zu kürzen.
